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05.09.2020 – VIII. Internationale Konferenz mit Podiumsdiskussion in Naumburg

 

Vom 21. bis 23. August 2020 fand in Naumburg (Sachsen-Anhalt) die VIII. Internationale Konferenz zum 85. Jahrestag des Roerich-Pakts, des ersten Internationalen Vertrags zum Schutz des Kulturerbes sowie zum 100. Jahrestag der ersten Aufzeichnung der Lehre der Lebendigen Ethik statt. Die Konferenz wurde von der Deutschen Roerich-Gesellschaft unter Beteiligung des Internationalen Roerich-Zentrums (Moskau), europäischer Roerich-Gesellschaften und mit Unterstützung des Internationalen S.N. Roerich-Rates der Roerich-Gesellschaften, organisiert.

Aufgrund der Pandemie konnten nicht alle Teilnehmer persönlich an der Konferenz in Naumburg teilnehmen und so wurde die Möglichkeit geschaffen, online an der Konferenz teilnehmen zu können. Von diesem Angebot wurde dann auch reger Gebrauch gemacht. 

Viele internationale Organisationen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßten die Eröffnung der Konferenz. So wurde im Grußwort des Internationalen Roerich-Zentrums (Moskau) festgestellt, dass die Ideen des Roerich-Pakts in der modernen Weltgemeinschaft am aktivsten gefördert werden müssen. Noch heute gibt es zahlreiche Zerstörungen an den historischen Kulturdenkmälern während bewaffneter Konflikte (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien usw.), aber auch in Friedenszeiten. Aus Gleichgültigkeit oder Gier geht das große Erbe der Vergangenheit unter. Daher werden die Bestimmungen des Roerich-Pakts, die umfassendere Maßnahmen zum Schutz der Kultur vorschlagen, heute immer wichtiger. Die führende Rolle in dieser edlen Sache, so argumentierte Nicholas Roerich, muss von einer fortschrittlichen Weltgemeinschaft gespielt werden, die in der Lage ist, zusammenzuarbeiten und zu handeln, um die barbarische Zerstörung der Kultur zu stoppen. 

Es ist daher kein Zufall, dass die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Der Schutz des Kulturerbes ist eine internationale Angelegenheit“ eröffnet wurde, an der Paula Liimatta, Vorsitzende der Finnischen Nikolaj und Helena Roerich-Gesellschaft, Jelena Aleksandrova, Vorsitzende der Estnischen Roerich-Gesellschaft und Mitglied des Roerich-Pakt-Komitees von Estland, Galina Schneider, Vorsitzende der Deutschen Roerich-Gesellschaft sowie weitere Gäste der Konferenz teilnahmen: Dr. Birte Brugmann (Halle/Saale), Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz, Bernward Küper, Oberbürgermeister der Stadt Naumburg, und Thomas Burkhart, Eigentümer des Kulturzentrums Turbinenhaus. 

Der Moderator dieser Diskussion, Rainer Schneider, Vorstandsmitglied der Deutschen Roerich-Gesellschaft, ging auf wichtige Punkte für die Bewahrung des kulturellen Erbes ein, so auf die Zerstörung von Kulturdenkmälern durch Kriege, Naturkatastrophen, aber auch durch Verantwortungslosigkeit und Nachlässigkeit und ideologische Motive. Wo sehen wir den größten Feind des Kulturerbes? Warum sind wir hilflos und wie kann die Öffentlichkeit die Ereignisse aktiv beeinflussen? Welche Maßnahmen muss die Weltöffentlichkeit ergreifen, um sicherzustellen, dass die Hauptbotschaft des Roerich-Pakts „Frieden durch Kultur“ alle Lebensbereiche durchdringt?

Die Diskussionsteilnehmer erörterten auch die Situation im Zusammenhang mit der Zerstörung des nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museums des Internationalen Roerich-Zentrums, die zu Empörung und Verständnislosigkeit über eine derart zerstörerische Aktion führte.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion sprachen über die Bedeutung des Erhalts von Kulturstätten für künftige Generationen sowie über konkrete Aktionen in dieser Richtung in ihren Ländern. Die Gefahr der Zerstörung der kulturellen Grundlagen der Weltgemeinschaft durch eine technokratische Zivilisation wurde diskutiert, denn es ist kaum zu übersehen, dass die Zerstörung der Weltkultur bereits systematisch erfolgt. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass Kultur heute mehr denn je Schutz benötigt. Die internationale Gemeinschaft soll und muss ihre Rolle bei der wichtigen und edlen Aufgabe des Schutzes des kulturellen Erbes unseres Planeten aktiver leben.

29.07.2020 – Insolvenz des ICR abgewendet

Am 27. Juli 2020 genehmigte das Moskauer Schiedsgericht die gütliche Einigung zwischen dem Föderalen Steuerdienst Russlands № 19 der Stadt Moskau und dem Internationalen Roerich-Zentrum zur Tilgung von Schulden gegenüber dem Haushalt der Russischen Föderation. Somit kann der Rechtsstreit über die Erklärung einer Zahlungsunfähigkeit des Internationalen Roerich-Zentrums (ICR) als abgeschlossen betrachtet werden. In naher Zukunft sollte die Beschlagnahme aller Bankkonten unserer Organisation aufgehoben und das Vollstreckungsverfahren eingestellt werden. Gemäß der genehmigten gütlichen Einigung wird das ICR verpflichtet, den gesamten Betrag der Steuerrückstände im Laufe eines Jahres in gleichen monatlichen Raten zurückzuzahlen.

Dies wurde dadurch ermöglicht, dass das Berufungsgericht am 18. Juni 2020 die Entscheidung des Moskauer Schiedsgerichts vom 3. Februar 2020 bestätigte, welches die Handlungen des Gerichtsvollziehers S.W. Trubatschow zum Arrest des ICR-Eigentums für unrechtmäßig erklärte. Infolge dieses Gerichtsbeschlusses war der Gerichtsvollzieher gezwungen, seine Verfügung zum Arrest des Eigentums des ICR am selben Tag aufzuheben. Aber erst am 21. Juli 2020 fand die erste Prozedur der Rückgabe statt, in deren Rahmen wir neun Gemälde der Roerichs erhielten, die es uns erlaubten, eine Vereinbarung über diese gütliche Einigung zu unterzeichnen.

Im Laufe eines Monats verweigerte das Staatliche Museum für Orientalische Kunst (Orientmuseum) dem Gerichtsvollzieher unter verschiedenen Vorwänden die Rückgabe von 19 Gemälden der Roerichs sowie anderen Besitztümern, deren Arrest vom Gericht für unrechtmäßig befunden wurde. Offenbar rechnete das Orientmuseum damit, die Unterzeichnung der gütlichen Einigung mit der Steuerbehörde verhindern zu können, da das verpfändete Gemälde von Nikolaj Roerich „Schwarze Gobi“ zu den arrestierten Gemälden gehörte, die im Orientmuseum aufbewahrt werden. Und diese Idee des Orientmuseums hätte durch die Einbindung der Untersuchungsorgane des Innenministeriums auch verwirklicht werden können.

Es sei daran erinnert, dass am 29. April 2017, nach der illegalen Inbesitznahme des Territoriums und der Gebäude des Lopukhin-Anwesens durch das Orientmuseum, plötzlich eine Ermittlungsgruppe des Innenministeriums auftauchte, die dem Orientmuseum zwei Gebäude des Anwesens mit dem gesamten Erbe der Roerichs und den Rest des ICR-Eigentums sowie persönliche Gegenstände der Mitarbeiter grundlos zur verantwortlichen Verwahrung übergab. So versuchten die Ermittler des Innenministeriums, die am 29. April 2017 eine Durchsuchung des Herrenhauses durchführten, der illegalen Beschlagnahme des Erbes der Roerichs den Status der Legalität zu verleihen. All dies geschah mit unrechtmäßigen Methoden, da keine Inventur des Eigentums gemacht wurde, das dem Orientmuseum zur verantwortlichen Verwahrung übergeben wurde. Und schon allein die Tatsache, dass die Ermittler des Innenministeriums, die die Ermittlungen im Strafverfahren gegen einen ehemaligen Mäzen des ICR führten und das gesamte Erbe der Roerichs beschlagnahmten, und zwar einschließlich des von Swjatoslaw Roerich zu Beginn der 90er Jahres des 20. Jahrhunderts dem ICR übergebenen Teils, erscheint absurd. Aber wenn wir das Interesse von Orientmuseum und Kulturministerium an diesem Erbe berücksichtigen, mag die Tatsache, dass eine solche Übertragung fremden Eigentums ohne Gerichtsentscheid erfolgte, recht logisch erscheinen.

Am 16. Juli 2020 erschien der Ermittler M.S. Woronin, vermutlich wieder im Interesse des Orientmuseums, auf dem Lopukhin-Anwesen, dieses Mal auf der Grundlage einer Weisung des Twerer Bezirksgerichts in Moskau, das eine Verfügung zum Arrest von 10 Gemälden der Roerichs auf der Grundlage einer Eingabe des Ermittlers ausgestellt hatte. Es sei darauf hingewiesen, dass ausgerechnet diejenigen Gemälde, die der Gerichtsvollzieher kürzlich freigegeben hatte und die vor einem Monat an das ICR hätten zurückgegeben werden müssen, arrestiert wurden. All dies war offensichtlich kein Zufall, denn die Gemälde, die bei den Ermittlungen arrestiert wurden, enthielten ein Bild, das als Pfand zu hinterlegen war. Offenbar wurde erwartet, dass der Arrest der Gemälde unweigerlich zu einem Abbruch der Unterzeichnung der gütlichen Einigung und zur Einleitung eines Konkursverfahrens gegen das ICR führen würde, an dem das Orientmuseum zweifellos Interesse hat. Die Gerichtsverhandlung zur Bestätigung der gütlichen Einigung, sollte am 21. Juli 2020, also buchstäblich nach wenigen Tagen, stattfinden. Und wieder werden die 10 arrestierten Gemälde zur verantwortlichen Einlagerung an das Orientmuseum übergeben.

Vor Kurzem wurde uns bekannt, dass, nachdem die Ermittlungsbehörden im April 2017 das Erbe der Roerichs illegal aus dem ICR beschlagnahmt und dem Orientmuseum zur vorübergehenden Lagerung übergeben hatten, dieses staatliche Museum nach wenigen Monaten das erhaltene Erbe zur dauerhaften Aufbewahrung übernommen hat. Dies verstößt eindeutig nicht nur gegen die Gesetzgebung, sondern auch gegen den Ethikkodex für Museumsmitarbeiter in Bezug auf die Auffüllung von Sammlungen. Es ist daher nicht überraschend, dass die Leitung des Orientmuseums eine so ablehnende Haltung gegenüber dem Erbe der Roerichs einnimmt, die sie bei der Organisation von Ausstellungen immer wieder unter Beweis gestellt hat. Wir vermuten, dass nach einiger Zeit auch diese 10 Gemälde, die vom Ermittler M.S. Voronin arrestiert wurden, zu denjenigen gehören würden, die zur dauerhaften Aufbewahrung angenommen werden. Auf solch dubiose und offensichtlich illegale Art und Weise mit Hilfe von Ermittlungsorganen des Innenministeriums erfolgt heute eine Auffüllung der Museumsbestände des Staatlichen Museums des Ostens.

Das ICR ist der Leitung und den Mitarbeitern der Steuerbehörde dankbar, die sich trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten in kürzester Zeit auf alle erforderlichen Dokumente geeinigt und am 24. Juli 2020 eine Einigungsvereinbarung unterzeichnet haben, die es uns ermöglichte, sie dem Gericht zur Genehmigung vorzulegen.

Wir, das International Roerich-Zentrum, drücken allen unseren zahlreichen Freunden sowie allen bekannten und unbekannten Helfern, die uns in dieser Zeit unterstützt und geholfen haben, unseren aufrichtigen Dank aus. Wir haben ein großes Arbeitsfeld vor uns. Der Wille von Swjatoslaw Roerich muss erfüllt werden. Der Nachlass, den er an Russland übergab, muss in das Lopukhin-Anwesen zurückgebracht werden, an den Ort, den er aus einer Reihe von Gebäuden auswählte, die ihm seinerzeit von der Regierung der UdSSR vorgeschlagen wurden. Speziell zu diesem Zweck haben wir das Lopukhin-Anwesen damals buchstäblich aus Ruinen restauriert und ohne öffentliche Mittel, ausschließlich durch private Spenden, renoviert.

03.07.2020 – Unsere Ausstellung geht in die Verlängerung

Wir freuen uns, dass die Ausstellung in die Verlängerung geht. Jetzt gibt es auch in den Sommerferien die Gelegenheit, im Turbinenhaus Einblicke in die Entstehung und die Aktualität des ersten Internationalen Abkommens zum bedingungslosen Schutz von Kulturgütern – dem Roerich-Pakt – zu bekommen. Bitte beachten Sie die aktuellen Öffnungszeiten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

07.06.2020 – Eröffnungsreden Naumburg 2020

Am 28. Mai 2020 wurde die in Deutschland 5. Ausstellung „Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart“ eröffnet. Unter den geladenen Gästen waren neben den Gastgebern und Eigentümern des Turbinenhauses auch der Oberbürgermeister der Stadt Naumburg, Herr Bernward Küper, sowie der Botschafter der Republik Moldau, S.E. Dr. Oleg Serebrian anwesend und würdigten in ihren Reden die Wichtigkeit des Kulturgutschutzes als Aufgabe aller Menschen. Nach den Eröffnungsreden führte Halina Schneider die Gäste coronabedingt nicht wie sonst üblich persönlich durch die Ausstellung, sondern gab in einer virtuellen Führung einführende Informationen über das, was aktuell zu sehen ist. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juli 2020 in Naumburg zu erleben. Die Eröffnung können Sie hier in ganzer Länge anschauen: Eröffnung Naumburg 2020

 

Links zu den einzelnen Eröffnungsreden vom 28. Mai 2020

Thomas Burkhardt, Eigentümer vom „Kunstwerk Turbinenhaus“

Bernward Küper, Oberbürgermeister der Stadt Naumburg

S.E. Dr. Oleg Serebrian, Botschafter der Republik Moldau

Halina Schneider, Vorsitzende der Deutschen Roerich-Gesellschaft e.V.

 

Einführung in die Ausstellung (Halina Schneider)

01.06.2020 – Ausstellung feierlich eröffnet

Am 28.05.2020 fand in Naumburg/Saale, Sachsen-Anhalt, die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart“ statt, die von der Deutschen Roerich-Gesellschaft e.V. unter Mithilfe von dem Internationalen Roerich-Zentrum (Moskau) und mit Unterstützung von der Stadt Naumburg organisiert wurde.

Leider durfte die Eröffnung nicht wie gewohnt unter Beteiligung beliebig vieler Interessierter eröffnet werden, und so war die Teilnehmerzahl beschränkt.

Dieses Ausstellungsprojekt wird in Deutschland schon zum 5.Mal gezeigt. Vorher fand es in Berlin (2013), Bonn (2015), Essen (2015) und in Bochum (2018) statt.

Die Ausstellung 2020 in Naumburg ist dem 85-jährigen Jubiläum des Roerich-Paktes, einem der ersten internationalen Abkommen zum Schutz von Kulturgütern, gewidmet worden. Der Roerich-Pakt wurde am 15.04.1935 in Washington von 21 Staaten unterzeichnet und ist anerkannte Grundlage der Vereinbarungen der Haager Konvention von 1954 „Schutz von kulturellen Gütern während der bewaffneten Konflikten“.

Die große weltumfassende Bedeutung des Roerich-Paktes ist unbestritten. Genau so unbestritten ist auch die Tatsache, dass die außergewöhnliche Persönlichkeit Nikolaj Roerichs heutzutage wahrlich ein Bindeglied zwischen den Kulturen der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft herstellt. Mit dem Ziel, die herausragende Antikriegsinitiative des großen Künstlers, Wissenschaftlers, Philosophen und Friedenbotschafters Roerich und seinen Aufruf „Frieden durch Kultur“ in Deutschland gemeinverständlich zu machen, ist die Ausstellung „Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart“ organisiert worden.

Am Anfang war die Eröffnung der Ausstellung für den 15.04.2020, also auf den historischen Tag orientiert vorgesehen, doch die besonderen Umstände dieses „Corona-Jahres“ haben den ursprünglichen Plan geändert, jedoch zum Glück nicht zerstört. Dass die Eröffnung am 28.05.2020 – Allem zum Trotz – stattgefunden hat, ist sozusagen ein kleines Wunder. Hat, vielleicht, da die schöne Uta von Naumburg positiv gewirkt?

Auf jeden Fall ist die Stadt Naumburg nicht zufälligerweise als Ort für die Ausstellung 2020 ausgewählt worden. Diese relativ kleine (ca.30.000 Bewohner), aber schöne und gemütliche Stadt an der Saale mit 1.000-jähriger Geschichte ist mit dem Namen Roerich wie kein anderer Ort in Deutschland verbunden. Denn gerade hier, in Naumburg, hat Nikolaj Roerich das weibliche Vorbild für sein Gemälde „Hüterin der Welt. Die den Stein Tragende“ (1933) gefunden. Es handelt sich um das Standbild der sagenhaften mittelalterlichen Uta (13. Jh.) aus der Naumburger Kathedrale. Der Maler brachte die Gestalt Utas aus dem Saaletal in den fernen Himalaya. Da hat er Uta als eine sakrale Figur des Ur-Weiblichen, d.h. als „Hüterin der Welt“, dargestellt. Damit schenkte zweifelsohne Nikolaj Roerich dem Uta-Standbild ein „zweites Leben“.

Übergabe des Friedensbanners an die HausherrenDen Namen Roerich, sowie auch sein Gemälde „Hüterin der Welt“ wurde lange Zeit in Naumburg kaum bekannt. Ungefähr seit 2010 erweckte doch „Uta im Himalaya“, so nennt man jetzt in Naumburg dieses Gemälde, das Interesse der Kunsthistoriker, die sich mit der Problematik des Naumburger Domes und seiner Standbilder beschäftigen.

Im Jahre 2018 wurde der Naumburger Dom in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Mit dem Titel erhalten der Dom und die berühmte Uta von Naumburg – „Hüterin der Welt“ – insgesamt eine weitaus große und international ausgerichtete Aufmerksamkeit.

Die Stadt Naumburg kennt man auch als die Hauptstadt des Burgenlandes. Tatsächlich umringen die Stadt und das Saaletal zahlreiche Burgen und Schlösser. Viele von ihnen sind auf Anregung der hiesigen Bevölkerung gerettet worden. Solche privaten Initiativgruppen haben oftmals die Zerstörung der regionalen Kulturobjekten verhindert.

So geschah es z.B. im Fall des „Turbinenhauses“ (aus dem Jahr 1907), eines historischen Elektrizitätswerkes für die Naumburger Straßenbahn. Das Gebäude des ehemaligen Turbinenhauses sollte abgerissen werden, doch die Ärzte-Ehepaar Michela und Thomas Burkhardt haben dieses Objekt der Vergangenheit von der Stadt erworben, und mit einer Gruppe Gleichgesinnter haben sie dann nach der ausführlichen Restaurierung des alten Gebäudes die ehemalige „Elektrofabrik“ in das „Kunstwerk Turbinenhaus“ umgewandelt. Damit ist die Stadt Naumburg seit April 2017 auf noch um ein Kulturzentrum reicher geworden.

     

Gerade in dieser „Kulturfabrik“ findet das Ausstellungsprojekt 2020 „Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart“ statt. Am 28.05. wurde, wie gesagt, die Ausstellung offiziell eröffnet. Die feierlichen Grußansprachen hielten Thomas Burkhardt, Eigentümer des „Turbinenhauses“, Bernward Küper, Oberbürgermeister der Stadt Naumburg, Dr. Oleg Serebrian, Botschafter der Republik Moldau und Halina Schneider, die Vorsitzende der Deutschen Roerich-Gesellschaft e.V.

Die Ausstellung „Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart“ ist zweifelsohne ein großes Ereignis für das Kulturleben der Stadt Naumburg.

05.05.2020 – Viel Erfolg für das Roerich-Zentrum!

Yuri Samodurov, Rechtschützer, ehem. Direktor des nichtstaatlichen Andrej-Sacharov-Zentrums und seines Museums

Gastbeitrag von Yuri Samodurov, Rechtschützer, ehem. Direktor des nichtstaatlichen Andrej-Sacharov-Zentrums und seines Museums

 

 

Es ist noch ein langer Weg, bis wir aus der Quarantäne herauskommen und zur Normalität zurückkehren, aber eines der Elemente des normalen Lebens, zu dem wir alle zurückkehren wollen, ist für mich der Kampf um das nichtstaatliche Roerich-Museum, und ich möchte meine Gedanken zu diesem Thema mit Ihnen teilen.

Ich glaube, dass das Motiv für die Zerstörung des nichtstaatlichen Roerich-Museums und seiner Ausstellung letztlich ideologischer Natur ist.

Nach der Oktoberrevolution schlossen und zerstörten die sowjetischen Behörden alle nichtstaatlichen Museen und sonstigen nichtstaatlichen Kultureinrichtungen (Bibliotheken, Theater, Bildungseinrichtungen), da Kunst und Kultur „dem Volk gehören sollten“. Wenige Jahre später wurden aus ideologischen Gründen der „zweiten Ordnung“ eine Vielzahl von Werken französischer und deutscher Impressionisten etc. in den Sammlungen von Schtschukin, Morosow usw. aus den staatlichen sowjetischen Museen verbannt und verschwanden für Jahrzehnte als „dekadente Werke“ in den Archiven.

Mit der Ankunft Jelzins änderte sich die Situation.

Infolge der Perestroika und nach Gorbatschow sind in unserem Land eine ganze Reihe privater, kleiner geschichtlicher Museen, Gedenkstätten und Heimatmuseen entstanden und existieren noch heute. Erheblich später entstanden auch mehrere recht große private Kunstmuseen.  Beispiele hierfür sind das private Museum für russische Ikonen (eröffnet 2006), das Institut (Museum) für russische realistische Kunst (eröffnet 2011), Museum AZ (Anatolij- Zverev-Museum, eröffnet 2015), das Museum für russischen Impressionismus (eröffnet 2016).

Aber das erste nichtstaatliche kunsthistorische Museum des Landes wurde in den ersten Jahren nach der Perestroika, im Jahr 1993, eröffnet. Es handelte sich um das nichtstaatliche Nikolaj-Roerich-Museum, das vom Internationalen Roerich-Zentrum in Moskau, im ehemaligen Lopuchin-Gut in der Nähe des Staatlichen Puschkin-Kunstmuseums, eingerichtet wurde.  Das nichtstaatliche Nikolaj-Roerich-Museum war von 1993 bis 2017 erfolgreich in Betrieb. Es wurde vom „spätputinschen“ Kulturminister Medinskij zerstört.

Mit anderen Worten, vieles von dem, was in der UdSSR auf dem Gebiet der Politik, Kultur und Religion ideologisch inakzeptabel war, wurde in der Ära Gorbatschow und Jelzin möglich. Und vieles von dem, was in der Ära Jelzin ideologisch erlaubt war, ist unter Putin erneut inakzeptabel geworden.  Ich spreche darüber, weil es gerade die Verengung des Rahmens von ideologisch Akzeptablem in der späten Putin-Ära war, die meiner Meinung nach das tragische Schicksal des nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museums bestimmte.

Die Vollständigkeit des Erbes der Familie Roerich in sowjetischen und russischen Museen war immer in Frage gestellt.

Der Name und die Gemälde des Künstlers Nikolaj Roerich (1874-1947) waren in unserem Land schon immer bekannt und hoch geschätzt – sowohl in Sowjetzeiten als auch heute. Einige seiner Gemälde, nicht nur zu Themen der russischen Geschichte, konnte ich seit meiner Kindheit (ich bin 1951 geboren) bis heute in der Tretjakow-Galerie sehen, und ein paar Dutzend Bilder seiner „Himalaya-Serie“, die ich seit meiner Jugend sehr liebte, besuchte ich viele Male im Museum für Orientalische Kunst, als es noch in einer geschlossenen Kirche in der Obucha-Straße untergebracht war.

In der UdSSR wurde das künstlerische Erbe von Nikolaj Roerich in der Tretjakow-Galerie gezeigt und präsentiert als a) patriotisch – dies sind seine Gemälde zu Themen der russischen Geschichte sowie der altrussischen Architektur, und als b) geheimnisvoll poetisch, was den Betrachtern die Möglichkeit bietet, sich an der Entschlüsselung der Geheimnisse des Ostens zu erfreuen.

So wird die „zweite“ Richtung in Roerichs Werk in einer Broschüre der Tretjakow-Galerie von 1989 beschrieben: „N. Roerich. Aus der Sammlung der Staatlichen Tretjakow-Galerie“, Autor und Kompilator A.M. Lukaschow (Moskau. Fine Art, 1989, Auflage 100.000): „Der Künstler lässt den Betrachter gespannt rätseln, durch die Bildnamen nach etwas im Bild suchen und taucht ihn allmählich in die Welt neuer, unbekannter Bilder ein (‚Maitreya‘, ‚Geser‘, ‚Shambala‘, ‚Chengrazi‘, ‚Guga Chohan‘ usw.). Roerich malt chiffrierte Bilder seltsamer, geheimnisvoller Begriffe und Symbole. Sie enthalten die Antworten des Künstlers auf die Aufgaben und Ziele, die er im Osten verfolgte, oder Fragen, die an die Zukunft gerichtet sind“.

Zwei weitere Beispiele für die Beziehung in der Sowjetzeit zu den „Geheimnissen des Ostens“ in Roerichs Gemälden:

Im Jahr 1970 präsentierte L. Yuferova in der Einleitung zu dem großartigen Album „Nikolaj Roerich“ (eine Mappe mit 42 Reproduktionen von Roerichs Gemälden, mit Anmerkungen von A.Lukaschow, Moskau. Goznak, 1970, Auflage 25.000) die „Himalaya-Serie“ von Roerichs Gemälden in einem ideologisch „sterilen“ Kontext: „Die Gemälde der Himalaya-Serie von Nikolaj Roerich sind ein großer Beitrag des ältesten russischen Künstlers zur Geschichte der russischen Kunst, sie sind eine seiner hellsten und besten Seiten. Es handelt sich um großartige realistische Gemälde, die vom Glauben an das humanistische Lichtideal inspiriert sind und in der Tradition der russischen demokratischen Malereischule stehen, die in der Person von Nikolaj Roerich die schwierigen Prüfungen der Epoche der Krise in der Malerei und der langen Jahre ihrer erzwungenen Trennung von Russland durchlief“.  

Im Jahre 1978 erschien im Verlag „Fine Art“ das Buch „Nikolaj Roerich. Leben und Schaffen. Artikelsammlung“ (Moskau, Auflage 30.000, 64 Abbildungen, davon 40 in Farbe). Das Buch enthält Artikel von 22 Autoren. Wie die oben erwähnten Ausgaben besitze ich auch diese Sammlung. Vollständig habe ich das Buch nicht gelesen, aber in allen Artikeln, die ich jetzt zu einer für mich interessanten Frage durchgesehen habe, steht kein einziges Wort darüber, was erstmals die Ausstellung des Nikolaj-Roerich-Museum zu sehen und zu lernen ermöglichte. Derartiges kann man nicht im New Yorker Roerich-Museum sehen, das ich vor zwei Jahren besuchte.

Eine gewagte Behauptung

Ich denke, dass aus der Sicht des russischen Kulturministeriums unter der Leitung von Medinskij, der Direktion des Staatlichen Museums für Orientalische Kunst und einer großen Zahl weiterer russischer Museumsleute, die in der Union der Russischen Museen vereint sind (der Vorsitzende der Union ist Michail Piotrowskij), das Erbe von Nikolaj Roerich in den Ausstellungen und Publikationen der heimischen Museen so wie in der Sowjetzeit ohne Bezug auf das ethisch-philosophische System der Lebendigen Ethik (Agni-Yoga) gezeigt werden sollte, das in den 1920er und 1930er Jahren von Elena Roerich in Zusammenarbeit mit spirituellen Lehrern des Ostens begründet wurde. Über die Tatsache, dass die Lebendige Ethik (Agni Yoga) Auswirkungen auf Bildsprache, Ästhetik und Sujets, also auf den visuellen und spirituellen Inhalt einer großen Zahl von Gemälden Roerichs mit „neuen unbekannten Wesen“ sowie auf die Spiritualität der Gemälde der Himalaya-Serie hatte, haben russische Kunsthistoriker weder damals noch heute  gesprochen, aber sie streiten sie auch nicht ab. Dieses Merkmal der Situation ist eben diese riskante Behauptung, die mir jedoch richtig erscheint.

Ich bin kein Kunstwissenschaftler, sondern lediglich ein Bewunderer und Liebhaber der Gemälde von Nikolaj Roerich. Ich mag Roerichs Gemälde sowohl aus der frühen als auch aus der „östlichen Periode“ seines Schaffens mit „neuen unbekannten Wesen“, und ich bin sehr angetan von den Gemälden seiner Himalaya-Serie. Ich weiß nichts über die Lehren der Lebendigen Ethik (Agni-Yoga), über Shambhala, Maitreya, die Großen Mahatmahs, oder, um genauer zu sein, ich weiß davon nur vom Hörensagen, und habe mich niemals ernsthaft für Bücher der Lebendigen Ethik, die von Elena Roerich geschaffen und vom nichtstaatlichen Roerich-Museum oder anderen Verlagen herausgegeben wurden, interessiert. In meiner Hausbibliothek gibt es zum Beispiel das Buch „Nikolaj und Elena Roerich“. Agni Yoga. Gutes Auge. Legenden, Sprichwörter, Märchen“, Verlag „AST“, 2019, Auflage 2.000. Ich habe es einmal geöffnet, aber „es lief nicht“.

Die großartige Museumsexposition des nichtstaatlichen Roerich-Museums hat mir (ich habe sie mir mehrfach angesehen) und, wie ich glaube, einer großen Zahl von Menschen sehr gut gefallen. Sie war hell, sehr informativ und äußerst interessant. Die Exposition umfasste nicht nur viele Gemälde der „Himalaya-Serie“ von Nikolaj Roerich, sondern auch viel Material über die Reisen der Familie Roerich in den Altai, die Mongolei, nach Tibet. Zu sehen waren außerdem persönliche Gegenstände und Dokumente der Familienmitglieder, Karten, Fotografien, Expeditionsausrüstung, ein riesiges, mehrere Quadratmeter großes Reliefmodell des eurasischen Kontinents mit der Route von Roerichs Expeditionen, seltene Bücher, tibetische Schriften, buddhistische Relikte usw. Zudem bemerkte ich in diesem sehr interessanten und reichhaltigen Museum unwillkürlich etwas, das ich noch nie zuvor gesehen hatte und dem ich noch nirgends zuvor begegnet war: einen „Hügel“ mit skulpturalen Büsten von „Boten der kosmischen Evolution“, unter denen sich Echnaton, Sokrates, Buddha, Christus, Solowjew, Einstein, Ziolkowski, Vernadskij und weitere Persönlichkeiten befanden (die Pyramide mit den Büsten stand in einem der ersten Säle). I einem der letzten Säle entdeckte ich eine Ausstellung zu Ehren der spirituellen Gurus des Ostens (der Mahatmas) mit ihren Porträts und wunderschönen beleuchteten Mineralkristallen, die eine ungewöhnliche Atmosphäre schaffen.  

Die Popularisierung der Lebendigen Ethik in der russischen Gesellschaft und im nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museum, die Veröffentlichung von Büchern über die Lebendige Ethik durch das Internationale Roerich-Zentrum, die Bilder der Mahatmas und einiger „Boten der kosmischen Evolution“ in seiner Ausstellung – möchten Sie so etwas? Und Sie möchten, dass das Kulturministerium dem zustimmt? Das wäre fast so, als ob die Kreml-Administration und die Führung der Russisch-Orthodoxen Kirche die Auftritte amerikanischer Religionsprediger in Russland mit Gelassenheit betrachten oder nicht auf die Existenz von Gemeinschaften der Zeugen Jehovas achten würden (die Organisation ist in Russland verboten). Ja, wir wissen, dass sowohl die Reden amerikanischer Missionare als auch die freie, legale Existenz von Gemeinschaften der Zeugen Jehovas (einer heute in Russland verbotenen Organisation) in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren in Russland erlaubt waren, und dass das nichtstaatliche Roerich-Museum 1993 legal eröffnet und bis 2017 erfolgreich betrieben wurde, aber jetzt kann diese Ideologie nicht zugelassen werden! – Ungefähr so stelle ich mir einen derartigen Dialog mit einem der gegenwärtigen stellvertretenden Minister oder dem Kulturminister der Russischen Föderation vor (würde ich denn von einem von ihnen empfangen werden).

Wie lautet die Schlussfolgerung?

Die Kulturminister Putins, angefangen bei Medinskij, gestatten nichtstaatlichen Museen die Existenz und „tolerieren sie“, solange die Ausstellungen dieser Museen nicht über die von der Kreml-Administration erlaubte Ideologie und Politik hinausgehen. Und dieser Rahmen wird, wie wir sehen, immer enger.  Deshalb ist es inakzeptabel für das Kulturministerium der Russischen Föderation, für die Leitung des Staatlichen Museums für Orientalische Kunst, für den Direktor der Eremitage Michail Piotrowski (der die Zerstörung des Öffentlichen Nikolaj-Roerich-Museums unterstützte) und für die Direktorin des Staatlichen Museums für Schöne Künste (Puschkin-Museum) Marina Loschak, in deren Händen heute die vom Internationalen Roerich-Zentrum mit privaten Spenden restaurierten Gebäude des Lopuchin-Guts sind. Der Direktion des Staatlichen Museums für Orientalische Kunst und anschließend der Direktorin des Puschkin-Museums Marina Loshak kam es nicht in den Sinn, dieses Gebäude als fremdes Eigentum aufzugeben.

Ich denke, dass bei den Motiven für die Zerstörung der Exposition des nichtstaatlichen Roerich-Museums durch den Staat, neben dem Wunsch des Kulturministeriums und des Museums für Orientalische Kunst, einen riesigen und sehr wertvollen Teil des künstlerischen Erbes und des Archivs der Familie Roerich „für lau“ zu bekommen, wahrscheinlich (obwohl darüber weder geschrieben noch gesprochen wird) die ideologische Ablehnung einer der wichtigsten ideologischen Komponenten des nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museums durch das Kulturministerium und der Russischen Orthodoxen Kirche eine bedeutende Rolle spielt, nämlich die Popularisierung des spirituellen Systems des Agni-Yoga (Lebendige Ethik), von dem die Beamten zwar gehört haben, von dem sie aber nicht mehr wissen als ich.  Die Führung der Russisch-Orthodoxen Kirche hatte offenbar auch über die Beamten des Kulturministeriums Hand angelegt an die Zerstörung des nach Nikolaj Roerich benannten öffentlichen Museums, weil das Museum in seiner Ausstellung und in seinen Publikationen die Verbindung der Roerichs mit den Lehren der Lebendigen Ethik (Agni-Yoga) nicht verbarg, sondern offen zeigte und popularisierte. In der Russisch-Orthodoxen Kirche jedoch wird Agni-Yoga offensichtlich als etwas angesehen, das dem Heidentum und dem Satanismus nahesteht, zumindest schrieb das so Diakon Andrej Kurajew in seinem zweibändigen Werk „Satanismus für Intellektuelle“.

Nichtsdestotrotz kämpft die Leitung des Internationalen Roerich-Zentrums mit Unterstützung von Teilnehmern der Roerich-Gesellschaften und einer nicht so großen Zahl von Personen, die nicht mit der Roerich-Bewegung in Verbindung stehen, weiter für die Wiederherstellung des nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museums und für die museale Ausstellung und Popularisierung des gesamten Lebens und Erbes der Familie Roerich, einschließlich ihrer Weltanschauung und ihrer philosophischen und ethischen Ansichten, sowie für die Ausstellung von Materialien, die von ihrem tiefen Interesse an der östlichen Philosophie, an der Lebendigen Ethik, an den Mahatmas (für mich spielt es keine Rolle, ob es sich um Mythen handelt oder nicht) zeugen, deren Anweisungen, so glaubt man, von Elena Roerich aufgezeichnet und von Nikolaj Roerich befolgt wurden.

Auf Seiten des Internationalen Roerich-Zentrums sind das RECHT AUF WAHRHEIT und das RECHT AUF GEWISSENSFREIHEIT, aber auch das RECHT AUF EIGENTUM gemäß Auftrag von Swjatoslaw Roerich an einem bedeutenden Teil des künstlerischen Erbes der Familie Roerich, ebenso wie am Archiv und den Erinnerungsstücken der Familie Roerich, die Swjatoslaw Roerich dem Internationalen Roerich-Zentrum unter der Bedingung übergab, dass sie in Russland in einem ÖFFENTLICHEN und nicht in einem staatlichen Museum aufbewahrt und präsentiert werden. Die Moskauer Behörden zeigten und offerierten Swjatoslaw Roerich das ehemalige Lopuchin-Gut als Standort für die Errichtung des nichtstaatlichen Roerich-Museums, das er auch auswählte. Michail Gorbatschow und anschließend Boris Jelzin erfüllten das Versprechen gegenüber Swjatoslaw Roerich, es dem Internationalen Roerich-Zentrum zu übergeben.

Ich wünsche dem Internationalen Roerich-Zentrum aufrichtig Erfolg und bemühe mich, es zu unterstützen!

Link zum russischen Original des Textes:
https://echo.msk.ru/blog/samodurov/2637477-echo/

15.04.2020 – Call For Action

Appell

der Teilnehmer des Internationalen Runden Tisches „Der Roerich-Pakt. Frieden durch Kultur“ an die internationale Öffentlichkeit

 

Am 15. April 2020 fand der Internationale Runde Tisch „Der Roerich-Pakt. Frieden durch Kultur“ in einer interaktiven Online-Übertragung statt, die dem 85. Jahrestag des Roerich-Pakts und dem 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gewidmet war.

Der Runde Tisch wurde vom Internationalen Roerich-Zentrum Moskau organisiert. Mitveranstalter waren die Russische Akademie der Naturwissenschaften, die Internationale Vereinigung der Friedensstiftungen, das  Internationale Komitee für die Erhaltung des Erbes der Roerichs, der Internationaler Rat der Roerich-Organisationen, EURASSIM (European Association for the Support of the International Centre&Museum of the Roerichs) sowie die Elena-Roerich-Stiftung.

Am Runden Tisch nahmen 223 Vertreter von öffentlichen Organisationen sowie Kulturschaffende und wissenschaftliche Persönlichkeiten aus 20 Ländern teil: Lettland, Estland, Deutschland, Österreich, Russland, Finnland, Aserbaidschan, Ukraine, Belarus, Bulgarien, Usbekistan, Kirgisistan, Litauen, Kanada, Kasachstan, Niederlande, Spanien, Italien, Kroatien und Armenien.

In diesem Jahr jährt sich der Jahrestag des Roerich-Pakts, des Vertrags über den Schutz künstlerischer und wissenschaftlicher Einrichtungen und historischer Denkmäler, zum 85. Mal. Er wurde von Nikolaj Roerich erarbeitet und am 15. April 1935 in den USA von Vertretern von einundzwanzig Staaten unterzeichnet. Zusammen mit dem Pakt schlug Nikolaj Roerich eine eindeutige Flagge vor, das Friedensbanner, das dem Abkommen folgend Kulturgüter kennzeichnen soll, die sowohl in Friedenszeiten als auch bei bewaffneten Konflikten zu schützen sind. Die Ideen des Roerich-Pakts und des Friedensbanners basieren auf dem tiefen Verständnis seines Schöpfers über die führende Rolle der Kultur in der Entwicklung der Gesellschaft und bei der Verbesserung der menschlichen Natur. Auch basieren sie auf dem Wunsch, das kulturelle Erbe der Völker der Welt zu schützen und neue Möglichkeiten für sein Verständnis, Studium und seine kreative Entwicklung in der Zukunft zu eröffnen.

Die Weiterentwicklung des Roerich-Pakts war ein Gebot der Zeit. Der Vertrag wurde von Nikolaj Roerich in Vorahnung des nahenden Zweiten Weltkriegs vorgeschlagen, um das kulturelle Erbe der Völker maximal zu erhalten und die demographischen, ökologischen und sonstigen Verluste zu minimieren. Die Länder Europas und der UdSSR unterzeichneten den Roerich-Pakt jedoch nicht, und so erlitten sie enorme Verluste am kulturellen Nachlass. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die wichtigsten Prinzipien und Normen des Roerich-Pakts in der Haager Konvention von 1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (1972) und anderen UNESCO-Instrumenten festgelegt.

Wir betonen, dass der Roerich-Pakt nicht nur einer der wichtigsten internationalen Verträge ist, sondern auch ein Handlungsprogramm, das auf die Erhaltung der Kultur und die Erreichung einer friedlichen, konstruktiven Interaktion zwischen Ländern, Völkern, Religionen und Zivilisationen abzielt. Erstens bietet der Pakt das höchste Schutzniveau für ein breites Spektrum von Kulturgütern wie wissenschaftlichen, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie historischer Denkmäler, und dies unabhängig von ihrer Eigentumsform. Zweitens gewährleistet der Vertrag die Bewahrung des kulturellen Erbes sowohl in Zeiten bewaffneter Konflikte als auch in Friedenszeiten. Drittens sieht der Vertrag nicht nur den Schutz von Kulturgütern, sondern auch den Schutz des diese betreuenden Personals vor. Viertens ist sein enormes Bildungs- und erzieherisches Potenzial überaus wichtig. All dies macht die Ideen des Roerich-Pakts in der heutigen Welt besonders relevant, in der der unwiderrufliche Verlust von Kulturerbestätten zur Zerstörung eines einzigartigen Kulturraums, zu geistiger Verarmung und dazu führt, dass Ländern und Völkern das über Jahrtausende angesammelte kulturelle und historische Gedächtnis genommen wird.

Unterdessen ist das Potenzial von Kulturgütern enorm. Kulturdenkmäler, die durch die Gesetze der Schönheit, der Harmonie von Geist und Materie geschaffen wurden, sind Kondensatoren, Hüter jahrhundertealten Wissens und jahrhundertealter Erfahrung, unschätzbare kulturelle und geistige Errungenschaften der Völker der Welt. Die Werke großer Schöpfer enthalten enorme Reserven an Energie der Schönheit, die die Grundlage der Kultur ist. Dies ist die Essenz von Nikolaj Roerichs Aussage, dass „Kultur die Anbetung des Lichts“ ist, denn Licht ist Schönheit. Wenn Kulturgüter vernichtet werden, wird auch ihre Energie der Schönheit zerstört, die es jedoch zu erhalten gilt. Ist die Form eliminiert, so ist ihre Energie weg. Deshalb ist es wichtig, Objekte des Kulturerbes zu erhalten und zu schützen. Ihre Zerstörung fügen der Kultur und der Evolution der Menschheit irreparablen Schaden zu.

Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass Kulturdenkmäler der Pflege und des Schutzes bedürfen. Aufgrund von Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit und krimineller Einstellung kommt es in Friedenszeiten zum Verlust des kulturellen Erbes. Und wie viele Kulturgüter verschwinden jedes Jahr infolge von bewaffneten Konflikten und Terrorakten von der Erde! Darüber hinaus nimmt die illegale Ausfuhr von kulturell wichtigen Wertgegenständen rapide zu. Diese bedauernswerten Phänomene sind im einundzwanzigsten Jahrhundert global geworden. Es genügt, an die zahlreichen Verluste von Kulturdenkmälern zu erinnern, die durch die tragischen Ereignisse in Syrien, Irak, Afghanistan, Mali, Libyen, Ägypten, Jemen, Nigeria, Israel, Palästina und anderen Ländern verursacht wurden. Auch war die Weltgemeinschaft schockiert über die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten, der die Möglichkeit von Angriffen auf die historischen Denkmäler des Iran durch ein Land, das den Roerich-Pakt unterzeichnet hat, androhte.

Auch die Probleme Russlands auf dem Gebiet der Kultur sind alarmierend: Verringerung der Zahl der Museen, Bibliotheken, Theater; Diebstahl von Objekten des Kulturerbes; eklatante Tatsachen über die Nichterfüllung der Verpflichtungen des Staates gegenüber den Spendern von Kulturgütern; Beschlagnahme von Räumlichkeiten und Eigentum von Kulturorganisationen usw. Es gibt ernsthafte Probleme im Bereich der Erhaltung des Kulturerbes: in St. Petersburg können die archäologischen Denkmäler des Ochta-Kaps aufgrund der Bebauung des Territoriums verloren gehen und in der Schutzzone des Pulkowo-Observatoriums – einer UNESCO-Welterbestätte – wird gebaut. Die Kapelle der Heiligen Anastasia mit Gemälden (Pskow) befindet sich in einem katastrophalen Zustand. 2019 wurde eines der ältesten Gebäude in Ufa, das Kulturerbe „Poleshajewski-Internat“ abgerissen usw.

Im Bewusstsein der Bedeutung der Kultur verabschiedete der UN-Sicherheitsrat am 24. März 2017 einstimmig die Resolution 2347, in der der Schutz des kulturellen Erbes offiziell als einer der Hauptaspekte der Sicherheit anerkannt wird.

All dies bestätigt erneut die vitale Notwendigkeit der Prinzipien des Roerich-Pakts sowie die Relevanz der Idee von Nikolaj Roerich „Frieden durch Kultur“, die die Erkenntnis zum Ausdruck bringt, dass Frieden nur durch Wissen und Bildung, Moral und Spiritualität, gegenseitigen Respekt und Toleranz, Wohlwollen und gleichberechtigten Dialog erreicht werden kann. Nur über die Kultur führt der Weg, Kriege zu verhindern und dauerhaften Frieden zu schaffen.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die großen Herausforderungen, die der Roerich-Pakt für die Erhaltung der Kultur und des kulturellen Erbes mit sich bringt, nie vom Staat allein bewältigt wurden. Eine bedeutende Rolle legte der Initiator des Roerich-Pakts hierbei in erster Linie in die Hände der Öffentlichkeit. Das diesbezügliche Verständnis der Staaten und die Bereitschaft der staatlichen Behörden, uneingeschränkt mit der Öffentlichkeit zusammenzuarbeiten und einen Dialog mit ihr zu führen, ist für die wirksame Erhaltung der Kulturstätten und folglich für die tatsächliche Schaffung von Frieden durch Kultur von entscheidender Bedeutung.

Einen wichtigen Beitrag zur Zustimmung zu den evolutionären Ideen des Roerich-Pakts leisteten das Internationale Roerich-Zentrum in Moskau, eine von Swjatoslaw Roerich gegründete nichtstaatliche Organisation, sowie viele Roerich-Organisationen in Europa, Asien und Amerika. Die kulturellen und friedensstiftenden Initiativen des Internationalen Roerich-Zentrums werden von der internationalen Öffentlichkeit breit unterstützt, darunter die Gründung des nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museum in Moskau nach dem Konzept von Swjatoslaw Roerich und die Restaurierung von Grund auf des „Gut Lopukhin“, einem Monument  der Geschichte des XVII-XIX Jahrhunderts im Zentrum Moskaus, die ohne finanzielle Unterstützung des Staates erfolgte. Es folgte die Organisation internationaler Bildungsprojekte zur Förderung der Ideen des Roerich-Pakts und des Friedensbanners in Form von Ausstellungen zur Geschichte des Roerich-Pakts im In- und Ausland sowie wissenschaftliche und Bildungsveranstaltungen zu Jubiläen. Es wurden die internationalen Ausstellungsprojekte „Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart“ (mit Unterstützung der UNESCO) und „Der Roerich-Pakt. Frieden durch Kultur“ ins Leben gerufen. Das Roerich-Zentrum war maßgeblich beteiligt an den Programmen „Das Banner des Friedens im Kosmos“ und „Das Banner des Friedens am Südpol“. Es gelang der Aufbau einer einzigartigen Gemäldesammlung mit Werken der Roerichs, der größten der Welt. Mit der Hilfe von Kunstmäzenen und anderen Unterstützern gelang die Rückführung von mehr als 400 Werken von Nikolaj und Swjatoslaw Roerich aus dem Ausland nach Russland. Für seine Aktivitäten im Bereich der Erhaltung des kulturellen Erbes und seinen Beitrag zur Entwicklung der Kultur erhielt das Internationale Roerich-Zentrum eine Reihe russischer und europäischer Auszeichnungen und wurde für den Friedensnobelpreis 2016 nominiert.

Trotz seiner internationalen Anerkennung sowie seiner breiten friedenserhaltenden und kulturell-pädagogischen Aktivitäten wurde das nichtstaatliche Nikolaj-Roerich-Museum im Jahr 2017 vom Kulturministerium der Russischen Föderation zerstört und das dem Internationalen Roerich-Zentrum gehörende Erbe der Roerichs ohne Gerichtsbeschluss beschlagnahmt. Selbst die Tatsache, dass das Internationale Roerich-Zentrum und sein öffentliches Museum seit 26 Jahren zum Wohle Russlands und der Welt arbeiten, hat die Beamten nicht zurückgehalten. Besonders besorgniserregend für die Öffentlichkeit aber ist die Tatsache, dass die Regierungsbeamten das Erbe der Roerichs aus dem Internationalen Roerich-Zentrum beschlagnahmten, ohne Inventarlisten der beschlagnahmten Güter zu erstellen, was die Voraussetzungen für ihren Verlust schafft. Wer hätte gedacht, dass die Zeit gekommen ist und das Erbe des Initiators des Roerich-Pakts in seinem Heimatland internationalen Schutz braucht, und das sogar in Friedenszeiten!

Es ist noch notwendig, die empörende Tatsache zu erwähnen, dass im Jahr 2019, einem Jubiläumsjahr der Familie Roerich, Kulturbeamte das Internationale Roerich-Zentrum aufforderten, den einzigen Skulpturen- und Gedenkkomplex der Welt zu Ehren der Familie Roerich abzureißen und vom Territorium des Lopukhin-Anwesens zu entfernen.

Es ist zu betonen, dass die zahlreichen Beschwerden der internationalen Gemeinschaft über die destruktive Politik des Kulturministeriums der Russischen Föderation in Bezug auf das Erbe der Roerichs, das Internationale Roerich-Zentrum und sein öffentliches Museum von den Behörden nicht im Geringsten Gehör finden und die Zerstörung des russischen Kulturerbes fortgesetzt wird. In den letzten Jahren hat man versucht, das Internationale Roerich-Zentrum auf Initiative des Kulturministeriums der Russischen Föderation künstlich in den Bankrott zu treiben, indem für die Verwendung von Roerich-Gemälden, die sich im Besitz der Organisation befinden, eine Steuer (derzeit über 500.000 Euro) erhoben wird, die die Mittel der öffentlichen Organisation übersteigt. Dieser Fall ist beispiellos – kein Museum, keine Galerie der Welt zahlt Steuern für das Ausstellen ihrer Sammlungen!

Wir sind der Meinung, dass die Willkür des Kulturministeriums der Russischen Föderation in Bezug auf das Erbe der Roerichs, das Internationale Roerich-Zentrum und sein öffentliches Museum den Prinzipien der Entwicklung der Zivilgesellschaft, den kulturellen Zielen und Aufgaben eines Staates sowie den grundlegenden Normen des Völkerrechts auf dem Gebiet der Bewahrung des Kulturerbes widerspricht.

Aufgrund der obigen Ausführungen und in Anerkennung der anhaltenden Bedeutung des Roerich-Pakts und des Friedensbanners für die Erhaltung des kulturellen Erbes rufen wir die internationale Öffentlichkeit auf, die Vorschläge des Runden Tisches zu unterstützen, und zwar

– die Hauptrichtungen der Bildungs- und Kulturpolitik der Staaten umzusetzen, thematische Abschnitte über den Roerich-Pakt und die Erhaltung des Weltkulturerbes in die Lehrpläne von Bildungseinrichtungen aufzunehmen;

– die Grundsätze und Normen des Roerich-Pakts für die Billigung und fortschreitende Entwicklung des Völkerrechts auf dem Gebiet der Erhaltung des kulturellen Erbes  zu nutzen unter Berücksichtigung eines höchstmöglichen Maßes an bedingungslosem Schutz, das der Roerich-Pakt einem breiten Spektrum von Kulturgütern (Museen, historische Denkmäler, wissenschaftliche, künstlerische, Bildungs- und Kultureinrichtungen und deren Personal) sowohl in Friedenszeiten als auch in Zeiten bewaffneter Konflikte gewährt;

– alle möglichen rechtlichen und kulturellen Maßnahmen zu ergreifen, um das kulturelle Erbe von Weltbedeutung, wie das Erbe der Roerichs, zu erhalten;

– auf staatlicher Ebene zur Bekräftigung der Prioritäten der Kultur in allen Lebensbereichen und zur gesetzgeberischen Festigung der Kultur als nationale Idee beizutragen;

– im Jubiläumsjahr des Roerich-Pakts die Idee von Nikolaj Roerich zu unterstützen, den Weltkulturtag zu begehen, und vorzuschlagen, dass öffentliche, kulturelle und wissenschaftliche Organisationen zusammen mit Regierungsbehörden auf allen Ebenen den 15. April – den Tag der Unterzeichnung des Roerich-Pakts – als Internationalen Tag der Kultur und des Schutzes von Kulturdenkmälern begehen;

– die Zerstörung des mit dem Namen Nikolaj Roerich verbundenen Architekturdenkmals der Kapelle der Heiligen Anastasia in Pskow zu verhindern sowie finanzielle Unterstützung für die Restaurierungsarbeiten an dieser einzigartigen Kultureinrichtung zu leisten (Spendenkonto);

– angesichts der hohen historischen und kulturellen Bedeutung der architektonischen und archäologischen Denkmäler des Ochta-Kaps (St. Petersburg) für die europäische Geschichte zu fordern, dass die Entwicklung dieses Gebietes gestoppt wird, und die Initiative zur Schaffung eines archäologischen Parks am Ochta-Kap zu unterstützen;

– die Regierung der Russischen Föderation aufzufordern, die Tätigkeit des öffentlichen Nikolaj-Roerich-Museums des Internationalen Roerich-Zentrums im Lopukhin-Anwesen (Moskau) in vollem Umfang wiederherzustellen und die verletzten Rechte und das unrechtmäßig beschlagnahmte Erbe der Familie Roerich zurückzugeben;

– die Föderale Steuerverwaltung Russlands aufzufordern, das Konkursverfahren gegen das Internationale Roerich-Zentrum zu beenden und die Konten der Organisation freizugeben, da das Verfahren aus weit hergeholten Gründen eingeleitet wurde;

– angesichts des extremen Bedarfs an friedenserhaltenden Aktivitäten des Internationalen Roerich-Zentrums zur Förderung und Popularisierung der Ideen des Roerich-Pakts in Russland und anderen Ländern, das neue internationale Ausstellungsprojekt des Internationalen Roerich-Zentrums „Der Roerich-Pakt – Frieden durch Kultur“ umfassend zu unterstützen;

– zur Verhinderung des Diebstahls und der Bewahrung des einzigartigen Nachlasses der Roerichs, das dem Internationalen Roerich-Zentrum entzogen wurde, der Regierung Russlands vorzuschlagen, zusammen mit dem Internationalen Roerich-Zentrum, dem Internationalen Komitee zur Bewahrung des Roerich-Erbes und dem Internationalen Rat der Roerich-Organisationen eine gemeinsame, staatliche und öffentliche, Kommission einzusetzen, um die Vollständigkeit des Erbes auf der Grundlage der Aufzeichnungen des Internationalen Roerich-Zentrums und die Bedingungen seiner Bewahrung zu überprüfen;

– der Welt die Kultur- und Bildungsaktivitäten des Internationalen Roerich-Zentrums zu bewahren, der einzigen Organisation in Russland, die von S.N. Roerich gegründet wurde und zu einem Raum für neue kreative Suchen und Ideen wurde, und ihm finanzielle und andere wohltätige Hilfe zu leisten (Spendenkonto).

15.04.2020 – 85 Jahre Kulturgutschutz

Am 15. April 1935 wurde im Weißen Haus in Washington in Anwesenheit des Präsidenten der USA, Franklin Roosevelt, das erste internationale Abkommen zum Kulturgüterschutz von 21 Staaten unterzeichnet. Dieses internationale Abkommen zum bedingungslosen Schutz von kulturellen Gütern und Einrichtungen bekam den Namen „Roerich-Pakt“, benannt nach seinem Initiator Nikolaj Roerich (1874-1947), einem anerkannten Forscher, Wissenschaftler und Künstler. Im Jahr 1954 diente der Roerich-Pakt als Grundlage für die „Haager Konvention zum Schutz von Kulturgütern während bewaffneter Konflikte“, der 126 Staaten beigetreten sind.

Der Roerich-Pakt trug das Erkennungssymbol „Banner des Friedens“ – drei rote Punkte in einem roten Kreis auf weißem Grund. Dieses Symbol stellt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Kreis der Ewigkeit dar, oder aber auch Religion, Wissenschaft und Kunst im Kreis der Kultur.

Nikolaj Roerich war der Erste in der Weltgeschichte, der eine internationale Massenbewegung zum Schutz des Weltkulturerbes initiiert und organisiert. Dank seines unerschöpflichen Glaubens an die Kraft der Kultur, seiner aufopfernden Bemühungen und seines unerschütterlichen Mutes haben sich Tausende Menschen seinem Aufruf zum Kulturschutz angeschlossen.

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann an die Zukunft nicht denken“, schrieb Nikolaj Roerich. In der modernen Zeit gehen jedoch viele Kulturgüter wegen bewaffneter Konflikte und durch unsere Gleichgültigkeit für immer verloren. Es ist festzustellen, dass die internationalen Instrumente, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden, nicht ausreichen, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten. Immer mehr historische Denkmäler und wertvolle Kunstwerke werden für immer zerstört. Die Gefahr eines totalen Verlustes des Kulturgutes hat auch heute, im 21. Jahrhundert, nicht an seiner Relevanz verloren.

In diesem Jahr begeht die Weltgemeinschaft den 85-sten Jahrestag der Unterzeichnung des Roerich-Paktes und es ist mit Dankbarkeit an den Initiator und Inspirator dieses Abkommens Nikolaj Roerich zu erinnern, der fest von der Notwendigkeit des Schutzes allen Kulturguts und aller Denkmäler für eine gemeinsame Zukunft der Menschheit überzeugt war.

14.09.2019 – Die DRG ist jetzt Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kulturschutz e.V.

Wir sind jetzt Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V (DGKS).

Die DGKS wurde bereits im Jahr 1993 als gemeinnütziger Verein gegründet und widmet sich insbesondere den Belangen des Kulturgutschutzes in Krisen-, Katastrophen- und Notsituationen.

Gemeinsam werden wir weiter für den Erhalt unserer kulturellen materiellen und immateriellen Werte arbeiten. Die Achtung der Kulturvielfalt gibt uns die Chance, das, was unsere Vorfahren uns hinterlassen haben, zu hüten und zu mehren. Nikolaj Roerich sagte einst: „Dort, wo Kultur ist, dort ist auch Frieden“.