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Roerich in Deutschland

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Sind wir kulturindifferent?

In Moskau wird ein nicht-staatliches Museum von Spezialeinheiten der Moskauer Polizei regelrecht überfallen. Unter dem Vorwand, unrechtmäßig Gemälde Nikolaj Roerichs erhalten zu haben, wird das Internationale Roerich-Zentrum von der Staatsanwaltschaft durchsucht, es werden rund 200 Gemälde und Skizzen beschlagnahmt. Die ganze Aktion dauert von 9 Uhr morgens am 7. März bis um 5 Uhr morgens des nächsten Tages. Auf einer Pressekonferenz des Roerich-Zentrums am 9. März wurden Details berichtet. Die anwesenden Mitarbeiter des Museums wurden weggeschlossen, verpflegt wurden sie nicht, schlafen durften sie auf dem Fußboden oder auf ihren Stühlen. Sämtliche Überwachungskameras wurden abgeschaltet, Telefone stillgelegt.

Die Aktion wurde von hochrangigen Beamten des Kulturministeriums und des Museums des Ostens begleitet und, auf Nachfrage, offiziell als "Experten" bezeichnet. Neben den in Verdacht der Unrechtmäßigkeit stehenden Gemälden wurden auf Wunsch der "Experten" auch Exponate beschlagnahmt, die nachweislich nichts mit den Vorwürfen zu tun haben. Reaktion der Leiterin der Durchsuchung: "Ich habe das so bestimmt!" Es wurden nicht wahllos Gemälde, sondern gezielt bestimmte Bilder konfisziert. Bei der Auswahl sagten die "Experten" nicht nur einmal: "Die können wir gebrauchen." Und wo befinden sich die beschlagnahmten Werke? Nicht in Aufbewahrungsräumen der Staatsanwaltschaft, sondern im Museum des Ostens, eben dort, wo ein unerbittlicher Kampf mit dem Roerich-Zentrum um seinen Fortbestand als nicht-staatliche Institution für die Bewahrung des Roerich-Erbes als Gemeingut, und nicht als Eigentum eines staatlichen Museums, tobt.

Die Welt müsste eigentlich entrüstet aufschreien wegen derartiger Behördenwillkür, auch Deutschland. Und was geschieht hier? Nicht jedem ist Nikolai Roerich oder das Roerich-Zentrum ein Begriff, aber es geht hier um eine international anerkannte Kultureinrichtung. Nicht jeder versteht Russisch und kann sich die Informationen über die Geschehnisse aus dem Internet beschaffen. Ja, aber warum entgehen den Moskauer Korrespondenten der deutschen Medien diese Ereignisse? Das russische Fernsehen, nicht nur die privaten Sender, berichtet zur Prime Time in den Nachrichten. Keine Zeit? Denken die deutschen Journalisten, dass es neben dem Besuch unseres Außenministers nichts aus der Hauptstadt Russlands zu berichten gibt? Oder meinen "unsere" Auslandskorrespondenten, dass kulturelle Ereignisse nur dann berichtenswert sind, wenn Deutschland betroffen ist?

Kultur ist nicht nur, regelmäßig ins Theater zu gehen oder ein Museum zu besuchen. Kultur ist auch, für den Erhalt gesellschaftlicher Errungenschaften zu kämpfen. Das Internationale Roerich-Zentrum und sein Roerich-Museum sind die größte nicht-staatliche kulturelle Einrichtung in Russland. Sie verdienen Respekt und die Berechtigung, auch weiterhin für den Erhalt von Frieden und Kultur sowie die Bewahrung des Erbes einer großartigen Familie von Künstlern und Wissenschaftlern, den Roerichs, aktiv tätig zu sein.

Auf seiner
facebook-Seite zeigt das Roerich-Zentrum einen kurzen Film über das “Resultat” der “Hausdurchsuchung”

Am 9. März hat im Roerich-Zentrum in Moskau eine
Pressekonferenz stattgefunden. .

 

 

 

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