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Roerich in Deutschland

Der Roerich-Pakt

Vertragstext von 1935

2_Roerich-Pakt. kleinVERTRAG

├ťBER DEN SCHUTZ DER KUNST-BZW. WISSENSCHAFTSANSTALTEN
SOWIE HISTORISCHER DENKMÄLER (ROERICH-PAKT).

WASHINGTON, 15. APRIL 1935

 


Die hohen Vertragsparteien, erf├╝llt mit der Absicht, den Bestimmungen der Resolution eine offizielle Form zu verleihen, die am 16. Dezember 1933 von allen Staaten, die auf der Siebten Internationalen Konferenz Amerikanischer Staaten in Montevideo vertreten waren, gebilligt worden ist, die ÔÇ×den Regierungen amerikanischer Staaten, die, sofern sie es noch nicht getan haben, den Roerich-Pakt zu Unterzeichen empfohlen hat, der vom Roerich-Museum in den Vereinigten Staaten initiiert worden ist und der auf die universale Einf├╝hrung einer Fahne abzielt, die bereits entworfen und allgemein bekannt ist, um somit im Falle einer Gef├Ąhrdung alle im staatlichen oder im privaten Besitz befindlichen, unbeweglichen Denkm├Ąler zu sch├╝tzen, die das Kulturerbe der V├Âlker ausmachen", haben beschlossen, einen Vertrag abzuschlie├čen mit diesem Ziel und dem Ergebnis, dass die Kultursch├Ątze im Krieg wie im Frieden gesch├╝tzt und respektiert werden, und haben sich auf folgende Artikel geeinigt:

Artikel I

Historische Denkm├Ąler, Museen, wissenschaftliche, k├╝nstlerische, bildende und kulturelle Institutionen gelten als neutral und genie├čen als solche den Respekt und Schutz der Krieg f├╝hrenden Parteien. Denselben Respekt und Schulz genie├čen Mitarbeiter der oben genannten Institutionen. Derselbe Respekt und Schutz wird historischen Denkm├Ąlern, Museen, wissenschaftlichen, k├╝nstlerischen, bildenden und kulturellen Institutionen sowohl im Krieg als auch im Frieden gew├Ąhrt.

Artikel ΙI

Neutralit├Ąt, Schutz und Respekt, die den im vorhergehenden Artikel erw├Ąhnten Denkm├Ąlern und Institutionen gew├Ąhrt werden sollen, werden auf allen Hoheitsgebieten, die der Souver├Ąnit├Ąt eines jeden der unterzeichnenden sowie betretenden Staaten unterliegen, anerkannt, unabh├Ąngig welchem Staat die genannten Denkm├Ąler und Institutionen zugeh├Âren. Die genannten Regierungen sind einverstanden, notwendige Ma├čnahmen auf dem Gebiet der inl├Ąndischen Gesetzgebung f├╝r die Gew├Ąhrleistung solchen Schutzes und Respekts zu treffen.

Artikel IIΙ

F├╝r die Kennzeichnung der im Art. I genannten Denkm├Ąler und Institutionen kann die charakteristische Fahne (roter Kreis mit drei Punkten in der Mitte auf wei├čem Grund) im Einklang mit dem diesem Vertrag beigelegten Muster verwendet werden.

Artikel IV

Die unterzeichnenden Regierungen und die dem Vertrag beitretenden Staaten senden an die Pan-Amerikanische Union, gleichzeitig mit der Unterzeichnung des Vertrages oder zu irgendeinem Zeitpunkt danach, eine Liste von Denkm├Ąlern und Institutionen, f├╝r die sie den in diesem Vertrag vorgesehenen Schutz w├╝nschen. Die Pan-Amerikanische Union soll bei Benachrichtigung von Regierungen ├╝ber Unterzeichnungen oder Beitritte diesen eine Liste der in diesem Artikel erw├Ąhnten Denkm├Ąler und Institutionen zusenden sowie die jeweils anderen Regierungen ├╝ber jegliche Ver├Ąnderungen in besagter Liste informieren.

Artikel V

Die im Art. I genannten Denkm├Ąler und Institutionen genie├čen keine in diesem Vertrag vorgesehenen Privilegien, falls sie f├╝r milit├Ąrische Zwecke genutzt werden.

Artikel VI

Staaten, die diesen Vertrag am Tag der Errichtung nicht unterzeichnet haben, k├Ânnen ihn zu jeder Zeit unterzeichnen oder ihm beitreten.

Artikel VII

Die Akte des Beitritts sowie jene der Ratifizierung und der K├╝ndigung des vorliegenden Vertrages werden bei der Pan-Amerikanischen Union hinterlegt, die auch die anderen Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, ├╝ber den Akt der Hinterlegung benachrichtigt.

Artikel VIII

Der vorliegende Vertrag kann von jedem Staat, der ihn unterzeichnet hat oder ihm beigetreten ist, jederzeit gek├╝ndigt werden, wobei die K├╝ndigung drei Monate nach der Benachrichtigung der anderen Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, in Kraft tritt.

(├╝bersetzt von Dr. Nikolai Zaichenko, Simferopol, im M├Ąrz 2010
├╝berarbeitet von Dr. Friedrich T. Schipper und Dr. Erich Frank Wien, im M├Ąrz 2010)

 

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